Wie man selbstbewusster wird

Selbstbewusstsein

Vor vielen Menschen sprechen? Eine Horrorvorstellung. Allein in der Bar am Abend? Auf keinen Fall! Die Bewerbung für den Aufbaustudiengang? Schaffe ich eh nicht. Oder doch? Wir haben Tipps für Sie, die zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen und so einiges verändern können. 

Wer kennt sie nicht: Selbstzweifel. Kaum jemand geht durchs Leben und denkt sich in jeder Minute, wie großartig er oder sie sich findet. Doch wer selbstbewusst ist, vertraut sich selbst und dem Leben und kennt seinen Selbstwert. Jeder sollte sich fragen: Wie wertvoll schätze ich mich ein? Was sind meine Stärken? Was sind meine Werte und wie lebe und kommuniziere ich sie an meine Mitmenschen? Wer sich selbst wenig wertschätzt, kultiviert häufig abwertende Verhaltensmuster. Negative Erlebnisse in der Kindheit können sie auslösen, etwa, dass die Eltern nur bei Leistungen Lob und Zuneigung zeigen. Aber auch spätere negative Erlebnisse können am Selbstbewusstsein nagen.

Aber keine Angst: Selbstbewusstsein kann man lernen und trainieren. Ob in beruflichen oder in privaten Beziehungen: Wer herausfindet, was sie oder ihn einzigartig macht, erlebt im Alltag oft positive Veränderungen. Nicht nur mit Coaches, auch mit Apps wie „Mindshine“ oder „Shine: Calm Anxiety & Stress“ (erhältlich im iTunes App Store oder im Google Play Store) kann man sich mehr Mut und Stärke antrainieren, um den inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen. Schon kleine Veränderungen wie eine entspannte Atmung oder eine aufrechte Körperhaltung verleihen eine souveräne Ausstrahlung. Raus aus der Komfortzone und den gewohnten Bahnen – das ist die Philosophie, mit der man sich selbst besser kennen und lieben lernt. Ist das erst einmal geschafft, kann daraus noch mehr erwachsen. Denn im besten Fall bleibt Ihr offenes, selbstbewusstes und positives Auftreten nicht unbeantwortet und Ihr Gegenüber begegnet Ihnen ebenso. Frei nach dem bekannten Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ aw //

Ein Mehr-Mut-Training muss (fast) nichts kosten

Diese kleinen Aufgaben können Sie ohne große Kosten oder Coaching ganz einfach und schnell in die Tat umsetzen. Sie werden sehen: Mit der Übung kommt der Fortschritt.

Gehen Sie allein in eine Bar und bestellen Sie ein Getränk.
Wichtig ist dabei, dass Sie sich abends trauen – die Hemmschwelle ist größer als tagsüber, wenn mehr Menschen allein unterwegs sind. Beobachten Sie die Menschen und ermuntern Sie die Bedienung zu einem kurzen Small Talk.

Melden Sie sich im Business-Meeting zu Wort.
Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf darüber, wie ausgefeilt oder tiefgründig Ihr Kommentar ist oder was die Kollegen denken könnten. Hauptsache, Sie erheben Ihre Stimme und werden sichtbar.

Machen Sie einer Person des anderen Geschlechts ein Kompliment.
Das kann ein Freund oder Arbeitskollege sein, aber auch jemand, den Sie vielleicht zufällig treffen. Haben Sie keine Angst, aufdringlich zu wirken. Sie werden sehen, wie positiv Sie wirken. Und wer hört nicht gern, dass ihm ein Kleidungsstück besonders gut steht oder er eine Aufgabe ausgezeichnet erledigt hat?

Besuchen Sie einen Hochseilgarten.
Unternehmen Sie eine ungewohnte sportliche Aktivität, die Sie noch nie gemacht haben. Sie werden sehen: Mit körperlichem Einsatz und Mut gewinnen Sie an Selbstbewusstsein.

EXPERTEN-INTERVIEW – 5 Fragen an Dagmar Birke

Dagmar Birke ist Selbstwertexpertin und Geschäftsführerin des Coaching Ateliers in München. Nach 20 Jahren am Theater arbeitet sie seit zwölf Jahren als Business- und Life-Coach und hat schon vielen Menschen zu mehr Selbstvertrauen verholfen.

Wie lange dauert es, bis jemand, der bei Ihnen am eigenen Selbstbewusstsein arbeitet, Erfolg hat?

Das ist höchst individuell. Meist vier bis sechs Sessions innerhalb von zwei bis drei Monaten, aber schon nach den ersten beiden Einheiten passiert viel.

Was ist dafür entscheidend?

Der eigene Antrieb: Wie sehr möchte ich wirklich etwas ändern? Prägungen müssen uns als Erwachsene nicht mehr bestimmen. Aber alte Glaubenssätze sind wie Autobahnen – breit und bequem – und werden immer wieder als Erstes auftauchen. Neue Einstellungen ähneln anfangs einem holprigen Feldweg. Doch je öfter ich mich anders verhalte und reagiere, desto breiter wird der Feldweg und die Autobahn wird überwuchert. Wir sind nicht die Sklaven unserer Muster und unseres daraus resultierenden Selbstbildes.

Gibt es spezielle mentale Techniken?

Eine der wichtigsten dieser Techniken basiert darauf, dass ich weiß, warum ich reagiere, wie ich reagiere. Beispielsweise, wenn ich mich innerlich aufrege, aber stumm bleibe. Unsere Impulse sind immer noch in der Steinzeit verwurzelt. Wir reagieren auf Stress mit möglichst viel Versorgung der Muskeln und weniger Hirnaktivität. Wir sind nicht im Vollbesitz unserer geistigen Qualitäten und können nicht klar denken. Die Technik: statt impulsgesteuert besser impulskontrolliert.

Wie mache ich das konkret?

Durch gute Selbstwahrnehmung erkenne ich meine Impulse, atme ein- bis zweimal tief aus, um wieder klar zu denken und selbstbewusster zu agieren. Ich bin nicht mehr fremdbestimmt, sondern eigenverantwortlich. Am Anfang ist das ungewohnt, aber mit der Zeit kommt der Erfolg.

Wie trainiert man Körperhaltung und Stimme gezielt?

Für eine nachhaltig souveräne und gelassene Ausstrahlung muss ich meine innere Haltung zu mir selbst modifizieren. Ich nutze Theatertechniken: Wie betrete ich einen Raum, wie spüre ich mich darin, wie atme ich, wie verspannt bin ich? Ich helfe dabei, einen freieren, spielerischen Körperausdruck zu finden und aufbauende Bilder und Assoziationen zu erschaffen. Für kurzfristigen Erfolg geht auch ein „Fake it till you make it“: Das bedeutet, ich nehme bewusst Körperhaltungen ein, die Stärke signalisieren, das sogenannte „Powerposing“.

 

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