Haarausfall, eine Leidensgeschichte

Haarausfall an sich ist ja nichts Ungewöhnliches. Bedenklich wird er erst dann, wenn keine Haare mehr nachwachsen oder die Anzahl der täglich verlorenen Haare über einen längeren Zeitraum die Hunderter-Grenze überschreitet. In diesem Fall spricht der Mediziner von einem krankhaften Haarausfall oder Alopezie. Nach einer Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie leiden bundesweit 8,7 Millionen Männer und 3,7 Millionen Frauen an Alopezie. Wobei das Leiden hierbei weniger körperlich als vielmehr psychisch zu sehen ist. So zeigt die Studie nicht nur, dass Haarausfall bei Männern stärker verbreitet ist als bei Frauen, sondern auch, dass letztere deutlich stärker darunter leiden. Hierfür sind vor allem kulturelle Vorstellungen verantwortlich, die in langen, vollen Haaren ein Zeichen von Weiblichkeit, Attraktivität und Jugendlichkeit sehen. Trotzdem sollte der männliche Leidensdruck nicht unterschätzt werden, schließlich verlor schon Samson seine übermenschliche Kraft, als man ihm die Haare abschnitt. Was in biblischer Zeit galt, gilt auch heute noch.  Nach einer Umfrage  des Forschungsinstituts Gallup empfindet 76 Prozent der deutschen Männer aufgrund von Haarausfall ein geringeres Selbstwertgefühl.  43 Prozent der Betroffenen versetzt ihr Haarausfall sogar in eine depressive Stimmung. Dementsprechend wächst auch die Zahl der Männer, die sich mit ihrem Haarausfall nicht abfinden wollen.  Bevor Sie jedoch in unserer Online Apotheke diverse Mittel gegen Haarausfall bestellen, sollten Sie sich über die Ursachen Ihres Haarausfalls im Klaren sein.

Ursachen von Haarausfall

Bei der Ursachenforschung sucht die Mehrheit der Betroffenen zunächst nach äußeren Gründen. Aber nur sehr selten sind falsche Ernährung, Krankheit, Umweltverschmutzung Stress oder Ähnliches die Ursache von Haarausfall. Und sollte wirklich eine derartige Ursache vorliegen, ist der Haarausfall oftmals nur ein vorübergehendes Phänomen, das wieder verschwindet. Haarausfall wird nach drei Formen unterschieden, wobei tragischerweise die mit Abstand am häufigsten anzutreffende Form des Haarausfalls kaum erfolgreich behandelbar ist.

Mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit, zumindest bei Männern, ist Haarausfall erblich bedingt und wird als hormonell-erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie) bezeichnet. In Europa sind schätzungsweise 60 bis 80 Prozent aller Männer und etwa 20 Prozent der Frauen davon betroffen. Diese Form des Haarausfalls tritt meist schon im Alter von 20 bis 30 Jahren auf und beginnt bei Männern erst an der Stirn oder am Hinterkopf und bei Frauen entlang des Scheitels. Verantwortlich hierfür ist die vererbte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Testosteron. Testosteron wird in der Kopfhaut zu Dihydrotestosteron (DHT) abgebaut, welches wiederum bewirkt, dass der Haarfollikel, die Produktionsstätte des Haarschafts, schrumpft und die für das Haar lebensnotwendigen Blutgefäße sich zurückbilden. Hierdurch verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare stetig, bis die Follikel endgültig absterben.

Kreisrunder Haarausfall (Alopezia areata) zeigt sich in scharf begrenzten kahlen Stellen ohne Haarwuchs, dort wo üblicherweise und bisher Haare gewachsen sind. Es wird angenommen, dass beim kreisrunden Haarausfall eine Fehlsteuerung des Immunsystems eine Rolle spielt. Körpereigene Abwehrzellen richten sich dadurch gegen Bestandteile des Haares. Das Gute daran ist, die Haarwurzeln sterben hierbei nicht ab, sondern werden lediglich gelähmt. Die Haare können jeder Zeit und auch ganz ohne Therapie wieder beginnen zu wachsen. In ca. 90 Prozent der Fälle verschwinden die  kreisrunden kahlen Flecken nach drei bis sechs Monaten ohne jede Behandlung. Ist dies nicht der Fall werden zunächst kortisonhaltige Cremes oder Lösungen angewandt, welche gegen die vermutete Immunreaktion wirken und darüber hinaus das Wachstum der Haare fördern.  Bei sehr schweren und längeren Verläufen können auch Kortikoide in die Haut gespritzt werden.

Beim diffusen Haarausfall wird die Haarpracht am ganzen Kopf dünner. Die Ursachen, können verschieden sein: Medikamentenunverträglichkeit, Ernährung, Stress, Schilddrüsenfehlfunktion, Umstellung des Hormonhaushalts oder vorausgegangene Erkrankungen sind nur einige der vermuteten Ursachen. Charakteristischerweise setzt die Lichtung auf dem Kopf erst ein paar Monate nach dem auslösenden Ereignis ein, wodurch sich die Ursachenbestimmung als mühsam erweisen kann. Trotzdem lohnt es sich, denn eine Beseitigung der Ursache stoppt in den meisten Fällen den diffusen Haarausfall.

Behandlung von Haarausfall

Während beim kreisrunden und diffusen Haarausfall berechtigte Hoffnungen auf eine Heilung bestehen, ist der Kampf gegen den hormonell-erblichen Haarausfall eine Sisyphosarbeit oder noch schlimmer ein Kampf gegen Windmühlen. Im besten Fall kann durch den Einsatz von Medikamenten der Ist-Zustand der Haare erhalten bleiben, eventuell auch dünner gewordene Haare verdickt werden. Eine Umkehrung des Haarausfalls ist jedoch medikamentöse bislang nicht möglich. Zudem besteht, neben den jeweiligen Nebenwirkungen des Medikaments, ein entscheidender Nachteil einer solchen Therapie: bei der Absetzung des Medikaments schreitet der Haarausfalls fort. Das Ergebnis der Stiftung Warentest Studie über Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall veranschaulicht die wenig aussichtslose Situation. Die Bilanz zu allen frei verkäuflichen Mittel lautet: „Eine spezifische Wirkung bei Haarausfall ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt, deshalb zur Behandlung von Haarausfall wenig geeignet“. Von den verschreibungspflichtigen Mitteln bekamen lediglich die zwei besten Arzneimittel die Note drei. Als Alternative zu Medikamenten ist noch die Haartransplantation zu erwähnen. Mit kosmetischer Chirurgie mehr aus den verbliebenen Haaren zu machen, empfiehlt sich jedoch nur dann, wenn der Haarausfall nicht zu rasch voranschreitet.

Egal zu welcher Therapieform gegriffen wird, die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg ist nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft sehr gering. Darüber hinaus ist der finanzielle Aufwand nicht unerheblich. 50 bis 100 Euro im Monat für Medikamente oder 4000 Euro für die Verpflanzung von 2000 Haaren lassen so manchen zögern. Trotzdem besteht natürlich eine geringe Chance den Kampf gegen den Haarausfall zu gewinnen und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich … mit der Glatze.

Meine Top 3 Haarausfall-Links:

  1. http://www.haarerkrankungen.de/
  2. http://www.alopezie.de/
  3. http://www.haar-ausfall.com/

Ein Gedanke zu „Haarausfall, eine Leidensgeschichte

  1. Charlotte

    Die Kosten kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Nach der aktuellen Haartransplantation Kosten Studie liegen die Kosten bei durchschnittlich 3,29 Euro pro Graft. Das wären dann bei 2000 Graft also 6580 Euro und nicht 4000 Euro. LG Charlotte

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