Glück im Grünen

Picknick im Grünen

Wenn uns der Sommer zum Essen nach draußen ruft, uns einen Platz auf weichen, grünen Wiesen anbietet und die Sonne uns strahlend begrüßt, folgen wir der Einladung gerne. Denn dann ist wieder Zeit für eine der schönsten Sommerfreuden, das Picknick.

Gemeinsam im Freien zu essen, das hat Tradition. Schon in der Antike schätzten Griechen wie Römer das Mahl unter freiem Himmel und in der Bibel lud Jesus mit der wunderbaren Brotvermehrung zu einem „Picknick der Superlative“ ein. Im barocken Frankreich galt das Picknick den Adligen als ein äußerst beliebtes Sommervergnügen. Savoir vivre par excellence. Und very british zugleich, denn auch in England liebte man das Open-Air-Dinner schon seit dem Viktorianischen Zeitalter. Der Picknickkorb wurde im 19. Jahrhundert hier erfunden. Bis heute ist das Picknick in Großbritannien bei gesellschaftlichen Ereignissen ein fester Bestandteil, ob beim Pferderennen in Ascot oder beim Tennisturnier in Wimbledon.

Die Leichtigkeit des Picknicks

Die Leichtigkeit dieses Sommervergnügens finden wir bereits im Ursprung des Wortes: Denn Picknick setzt sich aus dem Französischen „piquer“ für „aufpicken“ und „nique“ für „Kleinigkeit“ zusammen. Das ungezwungene, ausgedehnte „Kleinigkeiten-Aufpicken“, das Knabbern und Naschen von Häppchen und Snacks ist ein kleiner Ausbruch. Eine Oase der Freiheit im Alltag der Termine und To-Do-Listen. Das Picknick ist das Gegenteil von Zwang, es ist ein stilvolles Sich-Gehen-Lassen. In lockerer Kleidung sitzt man, halb liegt man entspannt auf der weichen Decke, direkt auf dem Boden, bequem geerdet. Auszeit für Smartphones und auch für Uhren, die wie Fesseln um Gelenke liegen. Einfach da sein. Ein Gefühl wie aus Kindheitstagen. Als wir der Zeit noch als fröhliche Anarchisten begegneten, völlig versunken und hochkonzentriert Ameisenstraßen beobachteten oder Schneckenhäuser bunt anmalten.

Praktisches fürs Picknick

Planen Sie nicht zu weit im Voraus, das Abenteuer entsteht in der Spontaneität. Abgesehen davon ist das passende Wetter ja nicht Wochen zuvor vorhersehbar, das liegt in anderer Hand. Wenn Sie einen neuen schönen Picknickort neben Ihrem Lieblingsplätzchen entdecken möchten, finden Sie Inspirationen auf unserer Karte. Sie wissen, wo Sie Ihre Decke ausbreiten wollen? Dann bleibt nur noch die Frage, was in den Picknickkorb soll. Ob Sandwich, Salat oder andere Snacks, leckere Rezeptideen und praktische Tipps finden Sie hier:

Packen fürs Picknick

  • Eine schöne große Picknickdecke, am besten feuchtigkeitsabweisend
  • Ein Picknickkorb mit Besteck, Gläsern, Tassen, Tellern und Servietten

Tipp: Besteck, Geschirr und Gläser gibt es auch aus robustem Kunststoff (zum Beispiel aus Melamin)

  • Getränke und Speisen (am besten in verschließbaren Behältern) in der Kühlbox

Tipp für kühle Getränke: Eine Alternative zu Kühlakkus sind gefüllte und eingefrorene kleine Wasserflaschen aus PET oder Eiswürfel in einer Thermoskanne. Lästige Insekten halten Sie mit umgedrehten Muffinförmchen aus Papier fern, in die Sie einfach einen Strohhalm stecken

Tipp für Kräuter, Salz und Pfeffer: Lässt sich wunderbar in Tic-Tac-Boxen mitnehmen

  • Lautsprecher fürs Smartphone (oder Smartphone einfach in ein leeres (!) Glas stellen)
  • Sonnencreme/ggf. Mückenschutz

Tipp: Kerzen mit Zitronenduft halten Mücken ab und schaffen eine schöne Atmosphäre

  • Mülltüten, Küchenrolle, Feuchtigkeitstücher, Toilettenpapier, Taschenmesser, Taschenlampe, Kerzen, Feuerzeug, Flaschenöffner/Korkenzieher
  • Spiele: Ball, Badminton, Wikinger-Schach (Kubb), Kartenspiel oder ganz einfach: Post-it & Stift für „Wer bin ich?“. So geht’s: Jedem Mitspieler wird ein Zettel auf die Stirn geklebt, auf dem eine bekannte Person steht. Reihum versucht nun jeder mit Ja/Nein-Fragen herauszufinden, wer er ist. Wird eine Frage mit Nein beantwortet, ist der Nächste an der Reihe zu fragen.

 

Die Top 6 der schönsten Picknickplätze

  1. Mainz

Vom Bahnhof Römisches Theater links in die Windmühlenstraße, rechts in den Eisgrubweg und gleich wieder links in die Zitadelle Mainz abbiegen. Auf dem geschichtsträchtigen Ort befindet sich der Drususstein, ein Kenotaph (Scheingrab), das zu Ehren des römischen Feldherrn Drusus im Jahr 9 v. Chr. erbaut wurde. Vis-à-vis liegt eine große Wiese, die zu einem idyllischen Picknick einlädt.

  1. Rheingau (Hattenheim)

Von Wiesbaden mit der VIAS bis zum Bahnhof Hattenheim fahren und von dort den Weg hinauf in die Weinberge nehmen. Der kleine Aufstieg wird mit einem wunderbaren Blick auf Rhein und Weinberge belohnt. Weiter dem Weg durch die Reben bis zur großen Wiese linker Hand folgen. Ein Glas Wein schmeckt hier natürlich besonders gut.

  1. Ammersee

Von München mit der S8 bis zur Endstation Herrsching fahren, zur Uferpromenade bis zum Bootsverleih Stumbaum spazieren, dort ein Boot mieten und auf dem Ammersee mit Blick auf die Alpen und das Kloster Andechs picknicken. 

  1. Lüneburger Heide/Pferdekopf

Mit der Bahnlinie Buchholz-Soltau bis Büsenbachtal fahren, den „Pferdekopf“ besteigen und sich dort ein Plätzchen suchen. 

  1. Südschwarzwald

Südschwarzwald-Radweg bis zum idyllischen Naturbad in Murg nehmen, die Picknickdecke auf der Liegewiese neben der Fischerhütte mit Blick auf Rhein und Schweizer Ufer ausbreiten.

  1. Weimar

Vom Weimarer Hauptbahnhof mit der Linie 1 bis Wielandplatz, von dort in den zauberhaften Park an der Ilm und entweder in der Nähe von Goethes Gartenhaus, der Villa Haar oder dem Römischen Haus picknicken.

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