Cremes und Make-up richtig lagern

Auch Kosmetikprodukte sind empfindlich und haben ein Ablaufdatum. medpex erklärt, wie sie möglichst lange haltbar bleiben und welche Warnzeichen man beachten sollte.

Auf den ersten Blick sind sie ultrapraktisch: In speziellen Schubladen, Kisten oder Boxen finden all die schönen Kosmetikprodukte ihren Platz, die sich im Laufe der Zeit ansammeln: von Gratisproben über Sonnencreme vom Vorjahr bis hin zum Lippenstift für besondere Anlässe. Einmal dort verstaut, werden sie jedoch schnell vergessen. Das Problem dabei: Auch Cremes, Make-up und andere Pflegeprodukte sind nicht unbegrenzt haltbar. Einmal geöffnet reagieren sie mit Umwelteinflüssen und ihre Nutzbarkeit nimmt ab. Sonnenschutzmittel können sogar ihre Wirkung verlieren. Sind Produkte verunreinigt oder verdorben kann die Anwendung im Zweifelsfall sogar starke Hautirritationen verursachen. Um dies zu vermeiden, sollte man immer auf die Mindesthaltbarkeitsangaben achten. Seit 2013 sind Hersteller von Kosmetik und Pflegeprodukten dazu verpflichtet, die Produkthaltbarkeit anzugeben. Hierfür gibt es zwei allgemeingültige Symbole: Eine Sanduhr auf der Verpackung besagt, dass ein Produkt ab Herstellung ungeöffnet maximal 30 Monate haltbar ist. Zusätzlich wird das exakte Mindesthaltbarkeitsdatum vermerkt. Länger haltbare Produkte müssen nicht mit einem festen Datum versehen werden, dafür mit dem zweiten gängigen Symbol: einem geöffneten Tiegel. Er gibt an, wie viele Monate das angebrochene Produkt sicher verwendet werden kann. Die Abkürzung „12M“ steht beispielweise für zwölf Monate Verwendungsdauer ab Öffnung.

Kühl und trocken lagern

Unabhängig von der angegebenen Haltbarkeit haben Lagerung und Nutzung einen starken Einfluss auf die Lebensdauer eines Produkts. Es gilt, was auch für viele Lebensmittel zutrifft: Hitze, Licht und Feuchtigkeit begünstigen die Bildung von Bakterien und Keimen. Es empfiehlt sich eine kühle und trockene Lagerung. Im Badezimmer, wo zumindest zeitweise eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, sollten Produkte zudem immer gut verschlossen sein. Produkte mit einem hohen Wassergehalt, also Make-up oder bestimmte Cremes und Lotionen, reagieren schnell mit Sauerstoff, bilden Keime und können kippen. Lippenstifte und andere Kosmetik mit einem hohen Anteil an Ölen oder Fetten oxidieren mit Sauerstoff und werden ranzig. Flüssige und gelartige Kosmetik wie Eyeliner oder Mascara enthalten Feuchthaltemittel. Wenn diese verdunsten, trocknen die Produkte aus und bekommen eine schmierige, zähe Konsistenz, sodass sie sich nicht mehr gut auftragen lassen. Neben Umwelteinflüssen spielt auch die produktgerechte Nutzung für die Haltbarkeit eine große Rolle. Ähnlich wie das Buttermesser im Marmeladenglas hinterlassen schmutzige Finger Bakterien im Cremetiegel und begünstigen Keimbildung. Vor der Anwendung sollten die Hände daher gründlich gewaschen werden. Auch spezielle wiederverwendbare Kosmetikspatel halten Produkte sauber. Damit Hilfsmittel wie Bürsten, Pinsel oder Schwämmchen den gewünschten Effekt haben, müssen auch diese regelmäßig gereinigt oder gewechselt werden.

Verzicht auf Konservierungsstoffe

Um eine Mindesthaltbarkeit zu gewährleisten, werden Kosmetika häufig Wirkstoffe hinzugefügt, die ausschließlich für die Produktstabilität verantwortlich sind, die sogenannten Konservierungsstoffe. Mit einem wachsenden Bewusstsein für Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit verzichten immer mehr Hersteller darauf oder versuchen sie zu reduzieren. Viele Produkte wie Make-up oder Cremes sind mittlerweile in sogenannten Airless-Containern, also luftdichten Systemen wie Pumpspendern, erhältlich. Durch den Mechanismus können keine Keime oder Luft in das Produkt gelangen. Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet sogar komplett auf künstliche Konservierungsstoffe. Sie ist dadurch aber nicht zwangsläufig vermindert haltbar. Chemische Haltbarmacher werden vielmehr durch natürliche Inhaltsstoffe mit konservierender Wirkung ersetzt. Dazu zählen bestimme (Bio-) Alkohole und Fette oder auch ätherische Öle, die zusätzlich einen positiven Pflegeeffekt haben. Grundsätzlich gilt für alle Produkte: Wer sie erst dann öffnet, wenn er sie wirklich verwenden will, sichert sich eine möglichst lange Nutzungsdauer.

Die wichtigsten Symbole

Sanduhr

Mindestens haltbar bis Das Symbol mit Angabe von Monat und Jahr zeigt das Mindesthaltbarkeitsdatum von Produkten an, die nicht länger als 30 Monate haltbar sind.

Tiegel

Nach Öffnung verwendbar bis Produkte, die länger als 30 Monate haltbar sind, werden mit der Verwendbarkeitsdauer nach Anbruch gekennzeichnet.

Buch

Hinweise zur Anwendung Das Symbol verweist auf wichtige Informationen zu Anwendung, Inhaltsstoffen oder Warnhinweisen auf Verpackung oder Beipackzettel.

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