Erste Hilfe bei kleinen Unfällen (11): Muskelverletzungen

Muskelzerrung

Ein Muskel bzw. eine Muskelfaser kann zerreißen wie ein überdehntes Gummiband. Besonders häufig geschieht dies beim Sport oder bei ruckartigen Bewegungen. Meistens sind Waden- und Oberschenkelmuskulatur davon betroffen.
Wird ein Muskel plötzlich zu sehr gedehnt, spricht man von einer Muskelzerrung. Die eigentliche Struktur des Muskels bleibt dabei erhalten. Bei zu großer Belastung können sogar einzelne Muskelfasern reißen.

Symptome

Eine leichte Zerrung zeigt sich durch krampfartige Schmerzen und führt wie ein leichter Muskelfaserriss zu Schmerzen, wenn der betroffene Muskel gedehnt oder aktiv bewegt wird.
Bei schwereren Verletzungen ist erst einmal kurzzeitig eine Muskeldelle erkennbar. Da auch Blutgefäße betroffen sind, kommt es im weiteren Verlauf zu Schwellungen und Schmerzen. Die Bewegung und Muskelkraft und damit der aktive Bewegungsablauf werden dadurch eingeschränkt.

Ein plötzlicher Muskelabriss führt zu einem scharfen, stechenden Schmerz. Der Muskel zieht sich zusammen, ist als Verdickung sichtbar und verliert seine Funktion. Nach einiger Zeit entstehen zusätzlich eine Schwellung und Verfärbung durch Blutergüsse. Die Schmerzen entstehen als Folge einer Blutung innerhalb der Muskulatur. Der Muskel ist von einer Hülle ummantelt. Da sich die Blutung ausdehnt, steigt der Druck im Muskel, was sehr schmerzhaft ist.

Sofortmaßnahmen:

Ziel der Akutbehandlung ist es, die Blutung im Muskel so weit wie möglich zu reduzieren.

  • Kühlen Sie daher die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten mit in einem Tuch eingeschlagenen Eispackungen oder kalten Umschlägen. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut austritt.
  • Lagern Sie die verletzte Stelle am besten hoch – das verringert den Blutfluss in das verletzte Gebiet. Gut geeignet ist auch ein Kompressionsverband.
  • Auch wenn die Schmerzen schnell verschwinden sollten, verzichten Sie zunächst bitte auf jegliche sportliche Aktivität.
  • Entlasten Sie den betroffenen Bereich und tragen Sie zur Unterstützung schmerzlindernde Salben auf. Stützbandagen können ebenso Abhilfe verschaffen.

Wann zum Arzt?

Verschwindet der Schmerz nicht innerhalb von kurzer Zeit und sind die Bewegungsfähigkeit und Muskelkraft eingeschränkt, sollten Sie umgehend zum Arzt gehen. Schildern Sie den Unfallhergang, dadurch erhält der Arzt erste Hinweise auf die Art der Verletzung. Mit spezifischen Bewegungstests lässt sich das Ausmaß der Einschränkung bestimmen. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob und wo sich ein Riss oder Bluterguss befindet und wie groß das Ausmaß der Verletzung ist.

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