Singen macht glücklich

Singen in der Gemeinschaft macht noch mehr Spaß

Singen in der Gemeinschaft macht noch mehr Spaß

Singen kann glücklich machen, das Immunsystem stärken und sogar das ein oder andere Stimmungstief verhindern. Denn beim Singen schaffen wir eine tiefere Verbindung zu uns selbst, zu unserem Körper und bringen ihn in positive Schwingungen.

Wenn Glück damit zu tun hat, sein Leben selbstbestimmt gestalten zu können, dann macht Singen glücklich. Denn wann man singt, ob unter der Dusche, in der Küche, im Auto oder im Chor, bestimmt man einzig und allein selbst. Schauspielerin und Komödiantin Anke Engelke, die zum einen gerne singt und zum anderen sehr gerne ihr Leben selbst bestimmt, gründete mit Musikwissenschaftler Prof. Gunter Kreutz und Chorleiter Max Weise vor rund einem Jahr den „Chor der Muffeligen“. Drei Monate lang sangen Menschen zusammen, denen es schlecht ging, die mutlos und aus den unterschiedlichsten Gründen frustriert waren. Am Ende stand ein viel beachtetes Feature für die ARD im Rahmen der Suche nach dem Glück – ein Auftritt in der Philharmonie Köln und das wissenschaftliche Ergebnis, dass Singen nachweisbar glücklich macht. Heute heißt der Chor bezeichnenderweise „Chor der glücklichen Sänger“. Ob es nun ausschließlich das Singen oder auch das Erlebnis der Gemeinschaft war, was die Sänger glücklich gemacht hat, sei dahingestellt. Wichtig sei, sagt einer der ehemals unglücklichen Sänger, sich mehr Dinge im Leben zuzutrauen, als es Erziehung oder Umgebung gemeinhin zulassen, und einfach etwas zu probieren, auch wenn man denkt, das könne man nicht.

Richtig oder falsch gibt es nicht. Das ist es, worum es im Kern beim Singen geht: das Herstellen einer inneren Verbindung zu sich selbst fernab von gängigen Bewertungsmustern wie richtig oder falsch. Denn das ist bedauerlicherweise häufig die Konsequenz unserer schnelllebigen und fremdbestimmten Welt: Wir nehmen uns kaum noch Zeit für uns selbst. Ohne dass wir es merken, verlieren wir mehr und mehr den Bezug zu unserem eigenen Körper und vergessen darüber die einfachen Dinge, die uns helfen können, den Alltagstrott lockerer zu nehmen. Die Wissenschaft verfügt inzwischen über Belege dafür, dass uns Singen glücklich macht. Denn beim Singen ist der ganze Körper beteiligt: Er wird zum Instrument, das heißt, der ganze Körper unterstützt die Formung der Töne. Eine lockere und unverkrampfte, aber aufrechte Haltung ist der erste Schritt zu einem besseren Körpergefühl und trägt auch dazu bei, den Spannungen des Alltags entgegenzuwirken. Alle Aufgaben, denen wir verbissen und verkrampft nachgehen, hinterlassen Spuren. Umso wichtiger ist es auch, mal wieder lockerzulassen.
Aber was genau passiert eigentlich, wenn wir unsere Stimmbänder in Schwingungen versetzen? Studien ergaben, dass durch Musik unser körpereigenes Belohnungssystem stimuliert wird. Beim Singen werden verschiedene Hormone in uns aktiviert. So wurde etwa eine Erhöhung des Serotoninspiegels festgestellt. Ein Mangel an Serotonin kann zum Beispiel die Ursache von Depressionen sein. Wer singt, der schüttet außerdem auch Noradrenalin, Beta-Endorphin und Oxytocin aus – zuständig für positive Emotionen, besseres Wohlbefinden und Glücksgefühle. Nicht umsonst wird Musik unter anderem auch als Therapiemethode im Bereich von psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt. Auch ein Rückgang des Adrenalinpegels durch Singen konnte festgestellt werden. Das hat zur Folge, dass wir weniger Angst verspüren und Stress abbauen, ganz nebenbei wird dadurch auch unser Immunsystem gestärkt. Wir sind weniger aggressiv, haben bessere Laune und fühlen uns einfach besser. Kurzum: Singen macht glücklich!
So viel Gutes für den Körper mit so wenig Aufwand – wer hätte das gedacht? Dabei ist es völlig nebensächlich, ob Sie ein begnadeter Sänger sind oder nicht. Wichtig ist nur: Singen Sie, wann und wo und wie es Ihnen gefällt. Es gibt kein falsch oder richtig. Beim Singen bringen Sie Ihren Körper in positive Schwingungen. (jg)

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