Hautpflegeöl – Welches Öl kann was?

Sie riechen nach Mandel, Kokos oder Sanddorn – pflanzliche Pflegeöle duften einfach wunderbar. Sie verwöhnen nicht nur unsere Sinne, sondern pflegen zugleich Haut und Haar. Und das ganz ohne synthetische Zusatzstoffe.

Strahlende, gesunde Haut sieht toll aus, keine Frage. Und sie schützt unseren Körper vor Hitze, Kälte und unerwünschten Eindringlingen. Doch was, wenn sie selbst einmal Hilfe braucht? Die tägliche Dusche, das Schwimmen in Süß-, Salz- oder Chlorwasser und natürlich die so heiß ersehnten Sonnenstrahlen machen ihr das Leben schwer. Damit sie nicht aus dem Gleichgewicht gerät, sollten wir sie unterstützen: Mithilfe pflanzlicher Öle können wir gestresster Haut wieder zu neuer Kraft verhelfen.

Grüne Unterstützung Hautöl ist nicht gleich Hautöl – man unterscheidet sortenreine Pflanzenöle, Mineralöle wie Paraffin und synthetisch hergestellte Öle wie Silikonöl. Einige spezifische Eigenschaften der pflanzlichen Helfer erleichtern die Entscheidung vor dem Kosmetikregal. Zum einen ähneln sie in ihrem Aufbau den Hautfetten. Dadurch kann unsere Haut sie besser aufnehmen. Aber nicht nur das: Sie enthalten außerdem von Natur aus essenzielle Nährstoffe wie Vitamine und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Flavonoide und Phytosterole. Sie schützen die Haut vor äußeren Einflüssen, wirken entzündungshemmend, spenden Feuchtigkeit und aktivieren den Hautstoffwechsel. Paraffinen und Silikonen hingegen müssen solche Stoffe erst zugesetzt werden, damit ihr pflegender Effekt nicht nur kurzfristig und oberflächlich ist. Somit enthalten sie oft eine lange Liste an Inhaltsstoffen, deren Namen dem Verbraucher wenig sagen. Gerade bei empfindlicher Haut gilt: Je weniger Zutaten, desto besser. So können auch Allergiker bei Pflanzenölen schnell herausfinden, ob sie es vertragen: Wer eine Allergie gegen eine Pflanze hat, sollte auch ihr Öl meiden.

Richtig pflegen Bei richtiger Anwendung lässt jedes Öl die Haut ganz normal atmen – das unangenehme Schwitzen unter einem Fettfilm bleibt aus. Dafür das Öl in die noch feuchte Haut einmassieren, am besten direkt nach dem Duschen. So bildet sich eine Öl-in-Wasser-Emulsion, die die Haut gut aufnehmen kann. Auf trockene Haut aufgetragen, kann es hingegen nur schwer einziehen und ihr sogar Feuchtigkeit entziehen.

Zeig her deine Haut! Die Pflegeeigenschaften der pflanzlichen Öle richten sich nach ihrem Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Klingt kompliziert, ist aber schnell erklärt: Öle mit einem Anteil an ungesättigten Fettsäuren von mehr als 50 Prozent werden auch trockene Öle genannt, da sie schnell in die Haut einziehen. Sie fördern die Aufnahme der Nährstoffe in die tieferen Hautschichten und sorgen dafür, dass die Haut Wasser besser aufnehmen kann. Daher sind sie besonders für Haut geeignet, die aufgrund von Feuchtigkeitsmangel trocken ist. Weil sie so schnell einziehen, signalisieren sie der Haut, dass genügend Fett vorhanden ist. Die Haut drosselt die eigene Fettproduktion – so profitiert auch fettige, unreine Haut von ihren Eigenschaften. Einige der ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel Omega-3- und -6-Fettsäuren, fallen unter die Kategorie der essenziellen Fettsäuren. Das heißt, dass sie lebensnotwendig sind, der Körper sie jedoch nicht selbst herstellen kann. Sie sind unter anderem am Aufbau der Zellmembran beteiligt.

Liegt der Anteil an ungesättigten Fettsäuren dagegen bei weniger als 20 Prozent, enthält das Öl also mehr gesättigte Fettsäuren, dann spricht man von nichttrockenem Öl. Es zieht langsamer ein und bildet einen leichten Film auf der Haut, den man jedoch nicht spürt. Die gesättigten Fettsäuren übernehmen so die Schutzfunktion der körpereigenen Fette, die der Haut fehlen. Daher eignet sich dieses Öl für Haut, die trocken ist, weil es ihr an Fett mangelt, und ist für ohnehin schon fettige Haut ungeeignet.

Eine gesunde Haut benötigt immer beide Fettsäuren, den individuellen Bedürfnissen entsprechend jedoch in unterschiedlicher Konzentration. So entsteht trockene Haut beispielsweise gleichzeitig durch Fett- und Feuchtigkeitsmangel, jedoch nicht in gleichem Maße. Deshalb sind für die Hautpflege Mischungen aus Pflanzenölen mit verschiedenen Eigenschaften und auch Nährstoffkombinationen meist von Vorteil. Lassen Sie sich hier von Ihrem Hautarzt beraten. (ce)

Caudalie Hautpflegeöl

Welches Öl kann was?

Öle unterscheiden sich in ihrer Fettsäurestruktur und Nährstoffkombination. Deshalb ist es sinnvoll, sich ergänzende Öle zu kombinieren. In fertigen Kosmetikölen hat der Hersteller dies meist schon erledigt. Möchte man sich aus den reinen Ölen selbst eine Mischung zusammenstellen, sollte man über die Eigenschaften der Öle Bescheid wissen, um sie möglichst sinnvoll zu kombinieren.

Eigenschaften Anwendungsgebiete
Trockenes Öl
Arganöl hoher Vitamin-E-Gehalt bei Hautproblemen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, juckender, schuppiger Haut, Akne
Distelöl hoher Linolsäure-Gehalt bei fettiger Haut, Akne, Entzündungen
Nachtkerzenöl feuchtigkeitsregulierend, regenerierend, juckreizlindernd bei reifer, trockener, schuppiger, empfindlicher Haut, fettiger, unreiner Haut, Schuppenflechte, Neurodermitis
Traubenkernöl hoher Anteil essenzieller Fettsäuren bei fettiger und unreiner Haut
Nichttrockenes Öl
Kokosöl kühlend und beruhigend bei sehr trockener, rissiger Haut, reifer Haut, Sonnenbrand, Neurodermitis, trockenen, spröden
Mandelöl reizlindernd, beruhigend, pflegend und schützend für jeden Hauttyp, besonders bei trockener, rissiger, schuppiger Haut, Ekzemen, sehr gut zur Babypflege geeignet
Olivenöl entzündungshemmend, wärmend, durch-blutungsfördernd bei trockener, schuppiger, rissiger Haut, reifer Haut, schlecht durchbluteter Haut, für Haarpflegepackungen und Nagelpflege
Sanddornöl hoher Gehalt an Betacarotin und Vitamin E, regenerierend, zellschützend bei trockener, rissiger, empfindlicher Haut, reifer Haut, Sonnenbrand
Halbtrockenes Öl
Aprikosenkernöl enzymreich, aktiviert die Hautfunktionen bei Mischhaut, reifer, empfindlicher, trockener, spröder, rissiger Haut, sehr gut zur Babypflege
Jojobaöl entzündungshemmend für jeden Hauttyp, besonders bei entzündeter Haut, Schuppen, Sonnenbrand, Akne
Seamöl durchblutungsfördernd, wärmend, reinigend bei Mischhaut, trockener Haut, reifer Haut, fahler und schlecht durchbluteter Haut, trockenen Haaren

 

2 Gedanken zu „Hautpflegeöl – Welches Öl kann was?

  1. Sylvia

    Tolle Beiträge. Ich persönlich liebe die trockenen Körperöle. Habe mich lange Zeit nicht darüber getraut, da ich eher unter fettiger Haut leide und daher nicht sicher was ob Öle die richtige Pflege für mich sind. Allerdings bin ich mittlerweile ein riesiger Fan! Sie ziehen so schnell ein und hinterlassen meine Haut angenehm weich :) :)
    LG Sylvia

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