Hautpflege bei Neurodermitis

Neurodermitis

Die richtige Basispflege ist bei Neurodermitis ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Mit einer passgenau ausgewählten Creme kann es gelingen, das Hautbild zu verbessern und den Juckreiz zu lindern.

Ein Kribbeln wie von tausend Ameisen, quälendes Jucken, dazu trockene Haut mit Rötungen und Ekzemen – die Symptome bei Neurodermitis sind manchmal zum Aus-der-Haut-Fahren. Bei der Entstehung des atopischen Ekzems, wie die Krankheit auch genannt wird, spielen verschiedene Elemente eine Rolle: vor allem eine gestörte Barrierefunktion der Haut und die genetisch bedingte Neigung des Immunsystems, vermehrt auf Reize aus der Umwelt zu reagieren. Entsprechend vielfältig und unspezifisch sind die Faktoren, die einen akuten Krankheitsschub auslösen können: Allergene, etwa Nahrungsmittel, der Kontakt mit Reinigungsmitteln oder Duftstoffen in Kosmetika, außerdem äußere Einflüsse wie Kälte, reibende Kleidung oder häufiges Waschen, aber auch Stress und psychische Belastung. Wer weiß, worauf seine Haut empfindlich reagiert, kann diese Auslöser meiden. Um den akuten Schüben effektiv vorzubeugen, ist aber zugleich eine konsequente Hautpflege entscheidend.

Individuelle Basispflege

Für alle Phasen der Neurodermitis brauchen Betroffene eine rückfettende Creme als Basispflege, um aktiv den Symptomen wie Juckreiz und Entzündungen vorzubeugen. So kann man symptomfreie Phasen verlängern und den Bedarf an wirkstoffhaltigen Cremes reduzieren. Wichtig ist, dass diese Basispflege passgenau auf den Zustand der Haut und auch die Jahreszeit abgestimmt ist. Als Auswahlkriterium gilt die Regel: „Feucht auf feucht, fetthaltig auf trocken.“ Das heißt: Entzündete, nässende Haut braucht eine leichte, kühlende Feuchtigkeitscreme, in der kalten Jahreszeit und bei trockener Haut sorgt eine fettreiche Wasser-in-Öl-Emulsion dafür, dass sie wieder weich wird. Weitere Inhaltsstoffe wie Urea, Gerbstoffe und Dexpanthenol tragen dazu bei, dass sich die empfindliche Haut schneller erholt. Duft- und Konservierungsstoffe können Allergien auslösen – hier heißt es vorsichtig sein.

Während eines akuten Schubs kommen Präparate mit arzneilich wirksamen Substanzen zum Einsatz. Eine Kortisoncreme bekämpft die Entzündungsreaktionen in der Haut. Zeitlich begrenzt und in der passenden Wirkstoffstärke eingesetzt, unterstützt sie effektiv die Heilung. Ähnlich wirken Cremes mit Calcineurinhemmern, die die Aktivität bestimmter Immunzellen regulieren und dadurch Entzündungen lindern.

Viel cremen, sanft waschen

Regelmäßiges Eincremen ist das A und O bei Neurodermitis – aber eben oft lästig. Tipp: Planen Sie das Cremen wie Zähneputzen fest in den Tagesablauf ein und machen Sie es zu einem kleinen Wohlfühl-Ritual. Gerade bei einem akuten Schub tut es gut, die Creme direkt aus dem Kühlschrank aufzutragen. Auch bei der Reinigung wird eine kühlende Dusche oft als angenehm empfunden. Zum Baden – am besten nicht zu lange und zu heiß – gibt es rückfettende Ölbäder, die einen feinen Film auf der Haut hinterlassen. Verwenden Sie bei Bedarf eine pH-neutrale Waschlotion und tupfen Sie die Haut nach dem Baden oder Duschen sanft trocken.

Heilbar ist Neurodermitis nicht. Aber durch eine angepasste Pflege und konsequente Behandlung können Betroffene ihre sensible Hülle so gut versorgen, dass sie über weite Phasen beschwerdefrei durchs Leben gehen können.

Tipps gegen den Juckreiz

  • Abkühlung: z. B. feuchte Umschläge (Tipp: kalter Schwarztee).
  • Sprühnebel (z. B. Thermalwasserspray) sowie Eiswürfel oder Kältekompresse – das überlagert den Juckreiz und wirkt entzündungshemmend.
  • Kühl schlafen: bei maximal 18 °C, denn Schwitzen verstärkt den Juckreiz.
  • Lockere, leichte Baumwollkleidung: Da zwickt und scheuert nichts.
  • Fingernägel kurz halten: Das reduziert Verletzungen, die dann wieder jucken.
  • Entspannungstechniken: für mehr Gelassenheit.
  • Ablenkung: Tun Sie, was Ihnen Spaß macht – das wirkt auch gegen psychischen Stress.
  • Zur Not: Klopfen, Kneifen, Massieren oder Streicheln schaden der Haut weniger als Kratzen.

Experten-interview

3 Fragen an Dr. Irene Rosengarten, MEDIZINISCH-WISSENSCHAFTLICHE Leitung bei
La Roche-Posay

Wie wähle ich die passende Basispflege aus?

Die Basispflege ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Therapie von Neurodermitis. Sie beginnt schon in der Dusche mit einem speziell geeigneten Produkt und sollte unbedingt konsequent fortgesetzt werden. Dies schließt 1- bis 2-maliges Eincremen am Tag mit ein, da nur durch eine tägliche Anwendung die Beschwerden gelindert werden können. Da zu Neurodermitis neigende Haut sehr individuell ist, sollte am besten immer zuerst an einem kleinen Bereich der Haut, zum Beispiel auf dem Unterarm, getestet werden, ob das Produkt vertragen wird.

Warum ist es wichtig, ein spezielles Duschprodukt bei Neurodermitis zu verwenden?

Die Hautschutzbarriere, die die Haut unter anderem vor dem Eindringen von Allergenen schützt, wird durch Duschen oder Baden und auch Faktoren wie Reinigungsprodukte und hartes Wasser angegriffen. Da die Hautschutzbarriere bei Menschen mit Neurodermitis ohnehin schon schwächer ist, kann hier das Duschen den Juckreiz verstärken oder im schlimmsten Fall zu einem Schub führen. Produkte, die speziell für zu Neurodermitis neigende Haut entwickelt wurden und besonders rückfettend sowie ohne Parabene und Duftstoffe sind, beruhigen die Haut schon beim Duschen und mildern den Juckreiz. Sie sind daher besonders geeignet.

Was zeichnet die Basispflege bei La Roche-Posay aus?

Der Pflegebalsam LIPIKAR Baume AP+ und ab Ende September auch neu die Duschpflege LIPIKAR Syndet AP+ zeichnen sich neben rückfettenden Eigenschaften wie der Karitébutter auch durch einen exklusiven Wirkstoff aus: Aqua Posae Filiformis. Das Lysat dieses kleinen Bakteriums, das im Thermalwasser aus La Roche-Posay gezüchtet wurde, führt dazu, dass das sogenannte Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Das Mikrobiom muss man sich als bunte Bakterienvielfalt auf der Hautoberfläche vorstellen, die bei zu Neurodermitis neigender Haut unausgeglichen ist. Dadurch verringert sich der Widerstand der Haut und sie wird durchlässiger für Allergene und anfälliger für Entzündungen und Juckreiz. Die Systempflege von La Roche-Posay, bestehend aus Dusche und Pflegebalsam, hilft, diesem Ungleichgewicht vorzubeugen.

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