Cellulite – Die Sache mit den Dellen

Die Sachen mit den Dellen

Wenn sich Fettpölsterchen an Körperstellen festsetzen, an denen das Bindegewebe geschwächt ist, dann kommt es meist zu unschöner Cellulite.

Glatte, ebenmäßige Oberschenkel, ein straffer Po – wer wünscht sich das nicht? Cellulite macht uns da oft einen Strich durch die Rechnung. Wir erklären, wie die fiesen Dellen entstehen und was man gegen sie tun kann.

Unser Bindegewebe stellt das größte zusammenhängende Ganze in unserem Körper dar. Es umhüllt und schützt jede einzelne Muskelfaser, jedes Organ sowie sämtliche Strukturen unseres Organismus und sorgt nicht zuletzt dafür – wie sein Name bereits verrät –, dass alles zusammengehalten wird. Das Bindegewebe, das aus gitterförmigen Kollagensträngen besteht, besitzt außer dieser Stütz und Stabilisierungsfunktion jedoch noch eine weitere wichtige Aufgabe: Es dient als Regulationssystem für die körpereigene Nährstoffversorgung sowie für die Schadstoffentsorgung.

Doch das Bindegewebe ist nicht bei allen Menschen identisch. Vergleicht man Männer und Frauen miteinander, fällt auf, dass das männliche Bindegewebe generell fester und kräftiger ist als das weibliche. Kein Wunder also, dass die Herren der Schöpfung nur selten unter Cellulite, Dehnungstreifen und Co. leiden.

Aber wie entstehen die unschönen Dellen eigentlich? Und weshalb sind vor allem Oberschenkel und Po betroffen? Ganz einfach: Im Gegensatz zu Männern, deren Fettreserven genetisch bedingt zwischen den Organen im Bauchraum abgelagert werden (Stichwort „Bierbauch“), sammeln sie sich bei Frauen vermehrt im Gesäß- und Oberschenkelbereich an. Trifft das Fett dort auf schwaches Bindegewebe, schließt es sich zu kleinen Klümpchen zusammen, die sich anschließend von unten in die Haut drücken. Die Folge: An der Hautoberfläche sind Hubbel und Unebenheiten zu sehen, wie bei einer Orange. Diese Dellen bezeichnet man als Cellulite.

Die Veranlagung, diese Art der Bindegewebsschwäche zu entwickeln, ist genetisch bedingt, weshalb auch sehr schlanke Frauen betroffen sein können. Trotz alledem gilt jedoch die Regel: Je mehr Fettgewebe vorhanden ist, desto größer ist das Risiko, Cellulite zu bekommen. Auch das weibliche Hormon Östrogen, das in geringen Mengen auch in den Fettzellen produziert wird, spielt eine wichtige Rolle bei diesem Thema: Es unterstützt eine Veränderung beziehungsweise Schwächung des Bindegewebes. Auch zunehmendes Alter ist ein „dellenbegünstigender“ Faktor, da der Körper Muskulatur abbaut und leichter Fettgewebe anlagert. Weltweit tritt Cellulite bei circa 80 bis 95 Prozent der Frauen auf und ist individuell verschieden ausgeprägt. Mediziner unterscheiden drei Stufen: Bei Schweregrad A zeigen sich die Dellen nur beim Zusammenkneifen der Haut, bei Schweregrad B im Stehen und bei Schweregrad C dann schließlich auch im Liegen.

Ganz unabhängig von der genetischen Veranlagung beeinflussen jedoch auch unsere Alltagsgewohnheiten den Zustand unseres Bindegewebes: falsche Ernährung zum Beispiel. Wer kontinuierlich viel Zucker, Koffein, Nikotin, Alkohol und ungesunde Fette zu sich nimmt und zudem wenig Gemüse, Obst, Fisch, Vollkornprodukte, frische Salate und Wasser auf dem Speiseplan hat, riskiert es, sein Bindegewebe unnötig zu schwächen. Auch Bewegungsmangel durch sitzende Tätigkeiten oder zu wenig Sport in der Freizeit tragen zu einer Schwächung des Körpers und somit auch des Bindegewebes bei. Wie wäre es denn in Zukunft damit, die Treppe anstatt den Fahrstuhl zu benutzen? Oftmals können schon kleine Veränderungen eine Menge bewirken. (ml)

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Expertieninterview mit Dermatologin Dr. med Birgit Buxmeyer zum Thema Cellulite. 

 

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