Online Fitness-Portale im Vergleich

Online-Fitness_Vergleich

Keine Lust aufs Fitnessstudio? Fit bleiben können Sie jetzt auch zu Hause: Online-Fitnessstudios bringen Kursleiter und Trainingspartner ins eigene Wohnzimmer. Unsere Autorin hat drei virtuelle Studios für Sie getestet. 

Sport mache ich am liebsten zu Hause: Im Wohnzimmer habe ich mir eine Fitnessecke eingerichtet, direkt vor dem Fernseher. Ob das nun fatal oder förderlich ist, weiß ich nicht so recht, denn auch die Couch befindet sich in direkter Nachbarschaft und im Schrank stapeln sich Fitness-DVDs. Es muss dringend mehr Motivation her! Ein Fitnessstudio kommt nicht infrage: Allein der Gedanke an die Kosten, das Warten an den Geräten oder die Fahrt dorthin lässt mich erschaudern. Und Zuschauer möchte ich beim Training eigentlich auch keine. Da kommt die Werbeoffensive diverser Online-Fitnessstudios gerade recht. Ich nutze die Möglichkeit, einige Anbieter für ein paar Tage gratis zu testen, und bin gespannt, was mich erwartet.

Gymondo: Motivation ist alles!

Sofort nach der Anmeldung muss ich Farbe bekennen, Gymondo möchte Angaben wie Größe, Gewicht und Trainingsziel erfahren, passend dazu spuckt das Portal Workout-Vorschläge mit Trainingsplan für die ganze Woche aus. Ich wähle das „Gymondo Burn“-Programm. Schon nach dem ersten Training rinnt der Schweiß aus allen Poren. In den nächsten Tagen probiere ich viel aus: mal Kickbox-Elemente, mal eine Cardio-Einheit oder Kraftübungen. Mir gefällt, dass die Trainer nicht alleine sind, sondern immer zwei Mittrainierende dabeihaben: einen für die schwere Version, einen für die leichte. So kann ich mich orientieren und selbst den Schwierigkeitsgrad bestimmen. Die Trainer finde ich super, sie wissen um den Ernst der Lage und feuern mich mit Durchhalte-Parolen an. Direkte Ansprache und Military-Drill ist sicher nicht für jeden etwas, aber mir hilft das! Nach einer Woche Gratistraining verabschiede ich mich fast ein wenig wehmütig von Gymondo.

Kurz und knapp: www.gymondo.de / Kosten pro Monat: 8,99 € bei 1 Monat Mitgliedschaft (kürzester Zeitraum); 6,99 € bei 6 Monaten / Training: ca. 150 Videos / Hilfsmittel: keine Geräte nötig

pur-life: Hallo, Muskelkater!

Das Design wirkt nicht sehr modern, die Seite ist aber klar strukturiert. Die Bilder junger Menschen beim Training wirken vielversprechend. Auch hier kann ich mir ein Programm mit Trainingsplan zusammenstellen. Eine Besonderheit: Ich kann an Live-Übertragungen teilnehmen. Die Kursangebote und Videos erinnern mich eher an das Telegym der 90er-Jahre, auch die Zielgruppe scheint ähnlich zu sein. Meine erste Trainingseinheit ist ein Reinfall, nach wenigen Minuten breche ich ab, weil sich eine Übung ständig wiederholt und selbst die Trainerin nicht richtig in Schwung kommt. Im Laufe der nächsten Tage mache ich noch eine Handvoll Einheiten mit, die mir mehr abverlangen als gedacht. Die Trainer wollen mich lächeln sehen. Ich denke mir aber: Wer schön sein will, muss leiden. Also lächle ich lieber nicht mit, sondern quäle mich durch die Übungen für stramme Schenkel und einen knackigen Po. Ich muss zugeben, dass ich nicht alle Wiederholungen durchhalte. Schon beim Training ahne ich, dass mich in den nächsten Tagen ein übler Oberschenkelmuskelkater heimsuchen wird. Aber genau das wollte ich ja! Effektiv ist das Training – für mich muss jedoch auch das Gesamtpaket stimmen, damit ich gern am Ball bleibe.

Kurz und knapp: www.pur-life.de / Kosten pro Monat: 24,99 € für 1 Monat Mitgliedschaft (kürzester Zeitraum); 14,99 € bei 6 Monaten / Training: über 2 500 Videos / Hilfsmittel: oft nötig.

NewMoove: Wer ist hier der Beste?

In meiner dritten Testwoche probiere ich das Online-Portal der Fitnessstudio-Kette Fitness First aus. Die Seite wirkt statisch und langweilig, aber inhaltlich professionell. Die Qualität der Videos ist hoch, die Trainer sind mal allein und mal mit anderen zu sehen. Schon die ersten Fitnesskurse machen Spaß, sind schweißtreibend und muskelkaterverdächtig. Im persönlichen Bereich der Seite kann ich mich mit anderen vergleichen, das ist bei 100 000 Nutzern ziemlich aussagekräftig. Schon nach zwei Tagen gehöre ich zu den Top 20 Prozent im Wochenranking, bei dem die Trainingsdauer verglichen wird. Im Wettbewerb zueinander stehen übrigens nicht nur die User, sondern auch die Trainer: In kurzen Videos wirbt jeder von ihnen darum, mein Personal Coach zu werden. Sich und seine Leistung mit anderen zu vergleichen, zieht sich wie ein roter Faden durch NewMoove und ist vermutlich Teil des Erfolgs. Auf Dauer stelle ich mir das ziemlich anstrengend vor. Das Portal ist sicher empfehlenswert, so richtig ist der Funke bei mir aber nicht übergesprungen.

Kurz und knapp: www.newmoove.de / Kosten pro Monat: 14,90 € bei 3 Monaten Mitgliedschaft (kürzester Zeitraum); 12,90 € bei 6 Monaten / Training: ca. 400 Videos / Hilfsmittel: teilweise nötig.

Testphase vorüber

Nach drei Wochen bin ich noch unsicher, ob ich weitermachen will. Ich scheue weniger die Kosten als die Verpflichtung: Wenn ich einen Vertrag eingehe, will ich ihn auch erfüllen – und es soll sich lohnen. Auf jeden Fall werde ich weiter Sport machen, ob mit oder ohne Online-Fitnessstudio. Keine Ausreden mehr! Motiviert bin ich, ich fühle mich gut und gelernt habe ich auch etwas: Ich bin fitter geworden, die Trainingserfolge in Zahlen motivieren mich. Beim Blick auf die verbrauchten Kalorien hüpft mein Herz. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter und überlege dann, was ich für 261 Kilokalorien Leckeres essen könnte … nh //

Bei allen Online-Fitnessstudios zu finden: Videos aus unterschiedlichen Bereichen (Cardio, Kraft, Yoga, Dance etc.), Gratis- Testzugang, eigenes Fitnessprofil zum Festhalten von Erfolgen, Anzeige der verbrannten Kalorien, weiterführende Tipps und Infos zu Ernährung und Sport, eine Community für den Austausch mit anderen.

Bei allen Online-Fitnessstudios zu finden: Videos aus unterschiedlichen Bereichen (Cardio, Kraft, Yoga, Dance etc.), Gratis- Testzugang, eigenes Fitnessprofil zum Festhalten von Erfolgen, Anzeige der verbrannten Kalorien, weiterführende Tipps und Infos zu Ernährung und Sport, eine Community für den Austausch mit anderen.

Übrigens: Zu Hause sicher trainieren

Wer zu Hause sportelt, sollte besonders auf die Signale des Körpers hören. Ein Vorabcheck beim Arzt ist in jedem Fall sinnvoll. Insgesamt besteht bei Sport ohne Hilfsmittel eine relativ geringe Verletzungsgefahr. Wenn Übungen jedoch falsch ausgeführt werden, können Schmerzen und Schädigungen die Folge sein. Wer ganz sichergehen möchte, bucht sich für ein paar Stunden einen Personal Trainer, bevor er daheim loslegt.

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