Seensucht – Ein Tag am See

Seensucht

(Bild: photocase)

Endlich ist er da, der Sommer – und mit ihm unsagbar viele Möglichkeiten, ihn zu genießen. Unser Tipp: ein Tag am See! Das weckt Kindheitserinnerungen und der Sprung ins kühle Nass erfrischt nicht nur den Körper, sondern tut auch der Seele gut.

Früher hat es mich meistens an einen der Baggerseen gezogen. Natürlich einen, in dem das Baden verboten war. Nichts war schöner, als sich dort nach der Schule ein heimliches Plätzchen am Ufer zu suchen, von wucherndem Grün vor den Blicken eventueller Entdecker geschützt. Dort lagen wir dann, spürten die Sonne warm auf der vom Schwimmen noch nassen Haut, spielten Karten, aßen Äpfel und Chips und tranken Cola. So ein Sommertag am See ist eine kleine Sache mit großer Wirkung: Zufriedenheit und tiefe Glücksgefühle währenddessen und danach sind keine Seltenheit. Denn was braucht es mehr als einen verwunschenen See, ein gutes Buch und Freunde, um aus einem normalen Sommertag einen ganz besonderen zu machen? Mittlerweile bin ich erwachsen und suche mir lieber einen See, in dem das Baden erlaubt ist – das finde ich stressfreier. Und an einem offiziellen Badesee ist immerhin auch Hilfe vom anwesenden Rettungspersonal zu erwarten, sollte man ob eines Krampfes im Fuß welche benötigen. Trotzdem hat diese Art der Freizeitgestaltung nie den Zauber verloren, der ihr schon zu Schulzeiten innewohnte.

Im Vergleich zur lang geplanten Fernreise ist ein Tag am See ganz unkompliziert. Das einzige, was nötig ist, sind angenehme Temperaturen, etwas Sonne und Spontaneität – schon sind Alltagsstress und -hektik Geschichte. Dabei ist es auch egal, was wir finden wollen: Ruhe und Entspannung oder Action und Ablenkung. Die meisten Seen bieten uns einen Blumenstrauß an Möglichkeiten: Wasserski, Schwimmen, Paddeln, Schnorcheln und Rudern oder sogar See-Radrundwege für die aktiven Wasserfrösche unter uns. Entspannte Stunden im Schatten der Bäume für die weniger Wagemutigen. Bevor wir den großen Zeh ins Wasser stecken, ist es jedoch sinnvoll abzuklären, ob die Wasserqualität in Ordnung ist. Offensichtliche Zeichen, um lieber Abstand zu nehmen: Das Wasser ist eine trübe Brühe und riecht unangenehm. Infos zur Wasserqualität bekommen Sie bei den örtlichen Umweltämtern. Dass wir in Naturschutzgebieten Rücksicht auf Tiere und Pflanzen nehmen, ist selbstverständlich, schließlich haben wir sonst in ein paar Jahren nichts mehr von den schönen Orten. Und nicht nur unsere Seen laden zum Planschen ein, auch so mancher Fluss ist nach diversen Renaturierungsmaßnahmen einen Bade-Besuch wert. Die Isar zum Beispiel. An freigegebenen Stellen kann man in der Sonne und im kühlen Nass baden (natürlich auf eigene Gefahr). Und wer sich doch nicht in den Fluss traut, der bewundert vielleicht einfach die Surfer, die mit ihren Brettern die künstliche Isarwelle bei Plattling bezwingen.

Haben Sie noch nicht genug vom Wasser? Dann bleiben Sie doch einfach dort! Nach Sonnenuntergang bei leisem Plätschern den Himmel beobachten und auf Sternschnuppen warten – das entspannt ungemein. So manch einer soll dabei auch schon eingeschlafen sein … (rs)

Tipps zum Abtauchen

Norddeutschland

Tollensesee: Gute Wasserqualität und Natur pur. Ein Radwanderweg um den See bietet auf 37 km einen traumhaften Blick über das Wasser und die Hügel ringsum.

Bornsee: Das Wasser ist manchmal sogar so klar, dass man bis zu 2 m in die Tiefe blicken kann. Hier im Naturschutzgebiet ist naturnahes Baden für all diejenigen möglich, die auf Toiletten, Duschen, Kiosk und ähnliches gern verzichten.

Plauer See: Lockt mit vielfältigen Wassersportmöglichkeiten: Schwimmen, Rudern, Paddeln, Surfen, Segeln, Tauchen und Wasserski. (Zu empfehlen sind die Badestellen Alt Schwerin, Malchow und Campingpark Zuruf.)

Ostdeutschland

Havel: Eine Nacht auf dem Wasser und am nächsten Morgen der direkte Sprung ins kühle Nass? Auf der Havel können Sie mit einem Hausboot wie Huckleberry Finn übers Wasser schippern (z.B. huckleberrys-tour.de, havelhausboot.de).

Bergwitzsee: Hier ist Camping in naturnaher, ökologisch orientierter und familienfreundlicher Umgebung möglich (bergwitzsee.de). Auch Surfen, Segeln, Angeln und Tauchen können Sie hier.

Süddeutschland

Isar: Eigentlich ein Wildfluss und kein Badegewässer. Doch seit ihrer Renaturierung wird sie bei Einheimischen und Touristen immer beliebter. Die abgeflachten Ufer und die geschaffenen Ruhezonen laden zum Verweilen ein.

Breitenauer See: Der See im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald besticht mit einem Campingplatz direkt am Wasser. Wer nicht im Zelt schlafen möchte, der kann eines der schönen Blockhäuser mieten (breitenauer-see.de).

Westdeutschland

Pulvermaar: Es ist das tiefste aller Maare der Eifel und mit 74 m das tiefste Gewässer nördlich der Alpen. Aufgrund dessen ist das Wasser selbst im Hochsommer angenehm kühl. Auch Schnorcheln lohnt sich wegen des sehr klaren Wassers.

Edersee: Er hat eine sehr gute Wasserqualität. Besonders für Segler ein Traum, da kaum ein anderer deutscher See so groß ist (fast 30 km lang und 1,2 km breit) und solch hervorragende Windeigenschaften bietet.

Kennen Sie weitere schöne Badeseen? Wir freuen uns auf Ihre Tipps!

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