Glücksmomente

Wandern ist pures Glück

Es sind oft die kleinen Dinge, die unser Leben erfüllen und noch schöner machen. Diese Glücksmomente sind sehr subjektiv und stellen sich manchmal ganz überraschend ein. Sechs Mitglieder der medpex Redaktion erzählen, was sie glücklich macht. Vielleicht finden Sie sich ja darin wieder oder Sie lassen sich einfach nur inspirieren.

Im Winterrausch

Das Helmband festklicken. Die Schnallen der Skischuhe eine Einstellung enger machen. Tief Luft holen und in einen unpräparierten Hang hinunterstürzen: für mich der größte denkbare Glücksmoment des Winters! Das Gefühl: wie im Rausch – links rausfedern, Stockeinsatz, rechts rausschwingen, mal vor einem Hügel umsteigen, mal auf der Kuppe. Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit oder Risiko: Der Spaß ist die Kontrolle im Gelände, die Naturerfahrung, an einer flacheren Stelle zwischen ein paar Tännchen hindurchzufahren. Das Anhalten, Sich-Umschauen. Das Glück des Moments kaum fassen zu können. Am liebsten möchte ich dann laut schreien oder jemanden anrufen und ihm mein Glück entgegenwerfen.

In der Ferne liegt das Glück

Eine Reise besteht für mich aus tausend Glücksmomenten. Gerade die Gegensätze machen das Reisen für mich so wertvoll: Ich kann mir aussuchen, ob ich an der Straßenküche oder im Sternerestaurant esse, im Bungalow oder im Strandresort übernachte. Am schönsten sind jedoch die Eindrücke und Gefühle, die ich vor Ort erlebe und in Gedanken mit nach Hause nehme: Der herzensgute Tuk-Tuk-Fahrer in Kambodscha, der mir für die lange Busfahrt lächelnd eine kalte Cola in die Hand drückt und mich zögerlich umarmt. Ein laotischer Junge, der jauchzend vor seinem aus Brettern gezimmerten Zuhause rennend einen selbst gebastelten Drachen aus Stöcken und einer Plastiktüte hinter sich in der Luft herzieht. Momente und Begegnungen wie diese treiben mir die Tränen in die Augen, lassen mich dankbar und demütig zurück und zeigen mir: Glück ist nur, was man selbst daraus macht.

Unter freiem Himmel

Einfach laufen, einen Fuß vor den anderen setzen, mit den Augen den Weg vor den Füßen abtasten, den Blick ab und an heben und in die Weite schweifen lassen. An nichts denken, außer an den Augenblick. Das ist Freiheit, das sind Glücksmomente, wie ich sie beim Wandern erlebe. Die Natur, ob frisch ergrünt im Frühjahr, sonnenverwöhnt im Sommer, bunt im Herbst oder karg im Winter, macht mich zufrieden. Sie lässt mich zur Ruhe kommen und öffnet den Blick fürs Wesentliche. Das geht einsam, aber auch zweisam oder mit Freunden – die besten Gespräche führe ich übrigens beim Gehen unter freiem Himmel …

Waldluft in der Nase

Ein leichter Luftzug lässt die Blätter rascheln, ansonsten fast magische Stille; die wenigen Sonnenstrahlen, die das dichte grüne Blattwerk durchbrechen, verursachen dieses besondere Glitzern, das es nur hier gibt – wegen dieser Atmosphäre liebe ich den Wald. Jeden Abend nach der Arbeit versuche ich, wenigstens für eine halbe Stunde einen Waldspaziergang oder -lauf zu machen. Hier kann ich meinen Gedanken nachhängen, Natur erleben und mich an Kleinigkeiten erfreuen. „Das Glück steckt in den kleinen Dingen“, heißt es – wenn mir ein Eichhörnchen über den Weg läuft oder ein Reh ins Dickicht flüchtet, weiß ich, das stimmt!

Rockstarträume

In meiner Freizeit mache ich viel Musik in diversen Bands. Es gibt diesen Moment beim Singen eines geliebten powervollen Songs, in dem plötzlich alles wie von selbst läuft, ein richtiger Kick. Alles andere ist egal – Alltagsprobleme, gesundheitliche Einschränkungen –, man spürt nur noch die Musik, Klang und Beat. Ein intensives gemeinsames Gefühl: Mit drei oder vier Bandkollegen erlebt man dasselbe High, vor allem, wenn man gut aufeinander eingespielt ist. Ich kann mich mit Körper und Seele reinlegen, auspowern, die Worte der Lyrics auskosten, alles geben und bin einfach nur erfüllt. Im Idealfall springt dieser Funke der Leidenschaft auf das Publikum über.

Tausendundeine Nacht

Es ist heiß, sehr heiß. Weit und breit sind nur Sandhügel zu sehen – ich fahre auf einer asphaltierten Straße mitten durch die Wüste Rub al-Chali. Nach einer guten halben Stunde erreiche ich das Wüstenresort Qasr al Sarab in der Liwa-Oase. Die orientalisch gestaltete Lobby duftet angenehm rosig-hölzern. Mein Blick wandert durch den Raum und jenseits der großen Fenster erfasse ich die unsägliche Weite der Wüste. Der Gang durch die Anlage des Resorts spricht jeden einzelnen meiner Sinne an. Die Sonnenuntergangsstimmung, die sandigen Farben um mich herum, der einmalige Duft der Frangipani-Sträucher, die trockene, warme Luft auf meiner Haut und der Sand zwischen meinen Zehen – ich bin glücklich und fühle mich wie in Tausendundeiner Nacht.

 

 

 

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