Vitamin D Mangel im Winter – besteht diese Gefahr?

Kein Leben ohne Sonne: Ihre Wärme und ihr Licht sorgen dafür, dass wir auf der Erde existieren können. Das Sonnenhormon Vitamin D kann unser Körper nur mithilfe der Sonne bilden. In der Gesundheitsprävention nimmt es eine wichtige Rolle ein und gilt als wahres Multitalent.

Sonne gegen Vitamin-D-Mangel

Draußen ist es kalt. Die Tage sind kurz. Die Sonne ist zu schwach, um sich den Weg durch die Wolken zu bahnen. Das fehlende Sonnenlicht schlägt vielen auf die Stimmung, Infektionskrankheiten steigen an. Unser gesundheitliches Wohlbefinden wird nachweislich vom Vitamin-D-Gehalt im Körper beeinflusst.

Doch was ist Vitamin D und was bewirkt es im Körper?

Multitalent Vitamin D

Wissenschaftlich betrachtet ist das Vitamin D kein echtes Vitamin. Es gehört vielmehr in die Kategorie der Hormone, weil der Körper es mithilfe von UVB-Strahlen selbst herstellen kann. Fest steht jedoch: Vitamin D ist ein wahres Multitalent. Das fettlösliche Vitamin hilft, Kalzium im Darm aufzunehmen. Es regelt den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel; Zähne und Knochen werden besser mit Mineralien versorgt. Das Sonnenhormon stärkt die Muskeln, stützt den Halteapparat und hilft dadurch, Knochenbrüche zu vermeiden. Darüber hinaus wirkt sich Vitamin D auch auf das Immun- und Hormonsystem sowie die Psyche aus. Es spielt auch in der Gesundheitsprävention eine wichtige Rolle.

„Die derzeitige Beweislage bestätigt eindeutig, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung bei älteren Menschen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Kraftverlust, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie vorzeitigen Tod senken kann“,

erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) in Bonn.

Vitamin-D-Quellen

In den lichtreichen Monaten von April bis September wird Vitamin D unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Dafür benötigt der Körper die Ausgangssubstanz Cholesterin und ausreichend Sonnenlicht (UVB-Strahlen). Je mehr UVB-Strahlen die Sonne spendet, desto höher ist die Vitamin-D-Produktion in der Haut. Vitamin D kann dem Körper auch über die Ernährung zum Beispiel durch Fettfische wie Lachs, Aal, Makrele oder Hering zugeführt werden. Auch Pilze, Eier und Milchprodukte sind Vitamin-D-Lieferanten. Allerdings ist der Gehalt in Lebensmitteln so gering, dass die Aufnahme über die Nahrung allein nicht ausreicht. Eine Alternative ist die Einnahme von Vitamin-D-Tropfen oder -Tabletten.

Neue Referenzwerte

Die DGE hat die Referenzwerte für die tägliche Vitamin-D-Zufuhr im Jahr 2012 erhöht und gibt als neuen Referenzwert 20 µg Vitamin D pro Tag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an (für Säuglinge liegt der Wert bei 10 µg). Von diesen 20 µg nehmen Kinder laut Schätzungen der DGE 1 bis 2 µg, Jugendliche und Erwachsene 2 bis 4 µg pro Tag über die Ernährung auf. Das reicht nicht aus, betont die DGE:

„Die Differenz zwischen der Zufuhr mit der Ernährung und dem Schätzwert bei fehlender körpereigener Bildung muss über die Vitamin-D-Bildung in der Haut und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates gedeckt werden.“

Vitamin-D-Versorgung in Deutschland

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hat das Robert-Koch-Institut für eine repräsentative deutschlandweite Studie die Vitamin-D-Konzentration im Blut von 4 030 Erwachsenen und 10 015 Kindern und Jugendlichen gemessen. Der Marker für die ausreichende Versorgung im Blut, die 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration, spiegelt einerseits die Vitamin-D-Zufuhr, andererseits die körpereigene Bildung im Blut wider und sollte laut internationalen Richtlinien bei einem empfohlenen Wert von mindestens 50 Nanomol pro Liter (nmol/l) liegen. Nach diesen Werten weisen rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung auf.

Die 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration im Blut sollte idealerweise bei 50 nmol/l liegen. Demnach weisen rund 60 Prozent der Deutschen einen Vitamin-D-Mangel auf. (Quelle: Robert-Koch-Institut, Stand: 27. 6. 2014, www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ05.html)

Die 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration im Blut sollte idealerweise bei 50 nmol/l liegen. Demnach weisen rund 60 Prozent der Deutschen einen Vitamin-D-Mangel auf. (Quelle: Robert-Koch-Institut, Stand: 27. 6. 2014, www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ05.html)

Das Für und Wider des Sonnenbadens

Über ungeschütztes Sonnenbaden streiten sich die Ärzte, weil es zur vorzeitigen Hautalterung, vor allem aber zu Hautkrebs führen kann. Wer sich mit einem Sonnenschutzmittel von mehr als LSF 9 eincremt, bei dem reicht die UVB-Strahlung jedoch nicht aus, um in der Haut genügend Vitamin D zu bilden. Das ungeschützte Sonnenbad von Gesicht, Händen und Armen in wohldosierten Mengen für wenige Minuten fördert die Vitamin-D-Bildung und soll das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie für bestimmte Krebsarten senken. Wer Sonne strikt meidet, für den empfiehlt sich die Einnahme eines künstlichen Vitamin-D-Präparates.

Ausblick

Die Vitamin D-Bildung in der Haut hängt von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel dem Breitengrad, der Jahres- und Tageszeit, der Witterung, der Kleidung, der Aufenthaltsdauer im Freien, dem Hauttyp und dem Alter ab. Wer seinen Vitamin-D-Speicher für die Herbst- und Wintermonate mit Präparaten füllen möchte, der sollte sich von seinem Hausarzt über die Einnahme beraten lassen, um eine Unter- oder Überdosierung zu vermeiden. atw //

 

 

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