Säurebedingte Magenbeschwerden nicht unterschätzen

Die meisten – wenn nicht alle – Erwachsenen haben es schon einmal erlebt: Sodbrennen und Magenschmerzen. Häufig in Verbindung mit einem besonders schweren und fetthaltigen Essen, während der Schwangerschaft oder bei Stress – die Ursachen für säurebedingte Magenbeschwerden sind vielfältig. Regelmäßig auftretend und unbehandelt kann Sodbrennen aber auch schwere Folgen haben, weil die Magensäure die Speiseröhre verätzt. Die Therapie sollte deshalb zweigleisig fahren: schnelle Hilfe bei akuten Beschwerden und langfristige Behandlung der Ursachen.

Die Ursachen für säurebedingte Magenbeschwerden

Ein wesentliches Element der menschlichen Verdauung ist die Magensäure. Sie wird im Magen gebildet und ist in der Lage, die aufgenommen Nahrungsmittel zu zersetzen und in ihre kleinsten Bestandteile zu zerlegen. Die Magenschleimhaut selber ist gegen die Säure von einer Schutzschicht geschützt. Nach oben – Richtung Speiseröhre – schützt eine Klappe vor dem Rückfluss der Säure. Ist der Druck im Magen besonders hoch, zum Beispiel weil er stark überfüllt ist oder während der Schwangerschaft ein Druck von der Gebärmutter auf den Magen entsteht, so kann die Schutzklappe ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und es kommt zum Rückfluss der Magensäure – medizinisch Reflux genannt.

Die Folgen – Gefahr eines Magengeschwürs

Die Schleimhäute der Speiseröhre sind auf einen Kontakt mit Magensäure nicht eingestellt und so kommt es regelrecht zu Verätzungen und Gewebeschäden. Diese sind schmerzhaft. Deshalb entwickeln Reflux-Patienten typischerweise ein Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch, in etwa auf Höhe des Brustbeins. Langfristig können die Gewebeschäden entarten und ein Speiseröhrenkrebs entstehen. Aber auch im Magen selber ist eine ständige Übersäuerung ein Problem. Ist die Schutzschicht im Magen an einer Stelle nicht mehr vollständig intakt, so kann es auch dort zu Schleimhautschäden und im Extremfall zur Entwicklung eines Magengeschwürs kommen.

Behandlung: kurzfristig handeln und langfristig therapieren

Schnelle Hilfe bei akuten, säurebedingten Magenbeschwerden bieten die sogenannten Antazida wie Talcid. Diese Arzneimittel binden direkt im Magen die überschüssige Magensäure und verhindern so die genannten Folgen. Bei regelmäßigem Sodbrennen sollte aber dennoch ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen zu finden und eine langfristige Therapie mit anderen Medikamenten zu überdenken.

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