Mund gesund

Zähneputzen ist wichtig, das haben wir schon als Kinder gelernt. Doch was gehört noch zur richtigen Mund- und Zahnhygiene? medpex hat die wichtigsten Infos für Sie gesammelt.

Saubere Zähne, rosiges Zahnfleisch, frischer Atem – so fühlen wir uns wohl und das macht uns zum angenehmen und attraktiven Gegenüber. Doch bakterielle Zahnbeläge (Plaque) stören das Gleichgewicht der Mundflora. Die Bakterien produzieren Säuren, die die Zahnoberfläche angreifen. Beseitigen lassen sich die Beläge durch Zähneputzen, am besten zweimal täglich mindestens zwei bis drei Minuten mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta – mit einer manuellen oder einer elektrischen Zahnbürste. Elektrische Modelle mit runden Bürstenköpfen putzen oszillierend-rotierend hin- und her, manche pulsieren zusätzlich. Sogenannte Schall- oder Sonic-Bürsten haben einen länglichen Bürstenkopf, der in der gleichen Zeit eine größere Fläche reinigt. Ob mit der Hand oder elektrisch: Am besten putzen Sie immer in der gleichen Reihenfolge und gehen schwierige Stellen zuerst an. Spätestens nach drei Monaten sollten Sie die Bürste beziehungsweise den Bürstenkopf ersetzen.

Oft vergessen: Zahnzwischenräume

Weil auch die beste Zahnbürste aber nur 60 bis 70 Prozent der Zahnoberfläche erreicht, sollten einmal täglich auch die oft engen Zahnzwischenräume von Speiseresten und bakteriellem Biofilm befreit werden – laut Zahnärzten übrigens am besten vor dem Zähneputzen. Dafür eignen sich Zahnseide oder Zahnpicks, für größere Zwischenräume auch Interdentalbürstchen.

Für Frischen Atem: Zungenreiniger Mundspülung und Co

Beläge auf der Zunge verursachen oft unangenehmen Mundgeruch. Mit einem Zungenschaber oder einer Zungenbürste (alternativ funktioniert auch ein umgedrehter Teelöffel) lassen sie sich entfernen. Auch antibakterielle Mundspüllösungen mit Fluoriden können die Mundhygiene sinnvoll unterstützen und geben ein frisches Gefühl im Mund. Relativ neu sind Probiotika zur Regulation der Mundflora: Die „guten“ Mikroorganismen treten in Konkurrenz mit den krank machenden Bakterien und verdrängen diese idealerweise so weit, bis das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt ist.

Zahngesunde Ernährung: Wenig Süßes, viel Kauen

Auch in unserer Ernährung können wir mit ein paar Maßnahmen  die Mundgesundheit verbessern: Halten Sie zumindest den  Vormittag zuckerfrei und genehmigen Sie sich und der Familie  Süßigkeiten nur zu den Hauptmahlzeiten. Naturbelassene Lebensmittel  wie Vollkornbrot und Rohkost helfen dem Gebiss,  sich selbst zu reinigen, weil durch kräftiges Kauen mehr Speichel  produziert wird. Auch reichlich Mineralwasser verstärkt  den Spüleffekt im Mund – für ein rundum gepflegtes, sauberes  Mundgefühl. mk // 

Experten-Interview: Die richtige Mundhygiene

Dr. med. dent. Antje Köster-Schmidt ist Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer Hessen und zuständig für das Referat Prophylaxe.

Zweimal täglich Zähneputzen, dazu die Reinigung der Zahnzwischenräume – das gilt als der Königsweg der Mundhygiene. Aber kann man dabei auch etwas falsch machen?

Beim Zähneputzen kommt es auf die richtige Technik an. Bei der elektrischen Zahnbürste ist es sehr wichtig, das Gerät die Arbeit machen zu lassen und den Bürstenkopf von allen Seiten langsam an den Zähnen entlang zu führen. Die richtige Putztechnik mit der Handzahnbürste lässt man sich am besten beim Besuch in der Zahnarztpraxis am Modell zeigen. Zu viel Druck beim Putzen kann den Zähnen schaden, aber moderne Zahnbürsten gleichen den Druck aus oder warnen durch ein Signal. Nach dem Genuss sehr saurer Lebensmittel oder Getränke sollte man den Mund mit einer fluoridhaltigen Mundspüllösung oder gegebenenfalls mit Milch ausspülen und bis zu eine Stunde mit dem Putzen warten, um den Zahnschmelz nicht zu schädigen.

Es gibt viele Hilfsmittel außer der Zahnbürste. Welche davon sind sinnvoll und wichtig?

Nach den Mahlzeiten ist das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi zu empfehlen. Sehr wichtig ist auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. Neben Zahnseide empfehlen sich dafür Interdentalbürsten, die einfacher zu handhaben sind. Wegen der passenden Größe kann man seinen Zahnarzt fragen. Zungenreiniger entfernen bakteriellen Belag auf der Zunge. Bei Mundtrockenheit, die oft durch Medikamente verursacht wird, sind sie ein nützliches Hilfsmittel. Wichtiger ist es jedoch, in diesem Fall die Mundhöhle regelmäßig durch Spülen zu befeuchten.

Was sind Ihre persönlichen Tipps zur Zahn- und Mundpflege?

Ich persönlich empfehle das „Öl-Ziehen“. Hier wird mit hochwertigem kaltgepressten (nativen) Öl die Mundhöhle gespült und das Öl zwischen den Zähnen hindurchgezogen. Diese etwas alternative Spülmethode beugt Entzündungen des Zahnfleisches sehr gut vor. 

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