Geschüttelt, nicht gerührt – medpex zu Besuch bei DHU

medpex zu Besuch bei DHU

medpex zu Besuch bei DHU

Die Kraft der Natur – schon unsere Vorfahren vertrauten auf sie, milderten mithilfe von Kräuter-Tinkturen und -Umschlägen viele Beschwerden. Auch die Homöopathie arbeitet mit pflanzlichen und mineralischen Inhaltsstoffen, um die Selbstheilungskräfte des Menschen auf natürliche Weise sanft zu unterstützen. medpex war zu Besuch bei der Deutschen Homöopathie-Union (DHU), Deutschlands größtem Hersteller von homöopathischen Arzneimitteln.

Kräuter und Blüten, wohin wir blicken. Bienen und Schmetterlinge scheinen den Blütenstaub unter sich aufzuteilen. Und es duftet – der würzig-blumige Geruch von 500 verschiedenen Pflanzenarten umweht unsere Nasen. Woher wir das so genau wissen? Wir sind zu Besuch auf der „Terra Medica“ der DHU und Dr. Harald Orth, Apotheker und Leiter des Bereichs Pharmazie, erklärt uns gerade, warum diese Kulturen so wichtig für die DHU sind. Etwa 15 Kilometer nördlich von Karlsruhe wachsen hier die Pflanzen, die von der DHU zu Urtinkturen und weiter zu Globuli, Tabletten, Tropfen und Salben verarbeitet werden. „Der eigene Anbau gibt uns größte Freiheit, was die idealen Produktionsbedingungen der in unseren Mitteln verarbeiteten Pflanzenstoffe angeht“, sagt Harald Orth. „Unter Gesichtspunkten wie Naturschutz, Nachhaltigkeit und Artenschutz stellen wir sicher, dass beim Anbau ohne Pestizide, Herbizide und künstlichen Dünger gearbeitet wird und alles ökologisch zertifiziert ist.“ Sehr beruhigend für die Anwender der DHU-Produkte, können sie doch so davon ausgehen, dass die Präparate nur mit schadstofffreien Ausgangsstoffen hergestellt werden. Reine, unberührte Natur sozusagen.

Noch können wir uns aber nicht so recht vorstellen, wie aus dem sprießenden Grün kleine weiße Kügelchen werden. Unsere Reise geht also weiter und wir fahren nach Karlsruhe zur Unternehmenszentrale der DHU. Unsere erste Station ist das sogenannte „Drogen“-Lager. Mit „Drogen“ sind hier allerdings keine bewusstseinsverändernden Mittel gemeint, sondern die getrockneten Ausgangsstoffe zur Herstellung der homöopathischen Produkte. Beispielsweise Brechnuss (Nux vomica), eine Pflanze, die traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wird. Die meisten Pflanzen kommen aber frisch aus der „Terra Medica“ in Staffort und werden noch am gleichen Tag weiterverarbeitet.

Ständige Qualitätskontrollen: Vor jeder Verarbeitung prüft die DHU die Ausgangsstoffe für die homöopathischen Arzneien in einem chemisch-physikalischen Analyseverfahren erst einmal auf Identität und Reinheit. „Während der Herstellung werden die Verarbeitungsschritte dann durch eine umfassende und strenge Inprozesskontrolle überwacht – wie es die GMP-Richtlinien (Good Manufacturing Practices) vorschreiben“, erklärt Harald Orth.

Haben die frischen oder getrockneten Pflanzen oder mineralischen Ausgangsstoffe die erste Kontrolle bestanden, werden sie weiterverarbeitet. Die Pflanzen werden zerkleinert und für 10 bis 30 Tage in ein Gemisch aus Ethanol und Wasser eingelegt – das nennt man Mazeration. Es entsteht nach der Abpressung die sogenannte Urtinktur, die dann immer weiter mit einem Ethanol-Wasser-Gemisch verdünnt und nach jedem Verdünnungsschritt genau zehn Mal verschüttelt wird: die Potenzierung. Wir beobachten einen DHU-Mitarbeiter bei dieser Arbeit: Sorgfältig misst er die Verdünnungs-Flüssigkeit ab und stampft das große Glas danach rhythmisch auf ein rotes Kissen. So vermischen sich Urtinktur und Verdünnung auf die richtige Weise. Obwohl es erlaubt ist, maschinell zu verschütteln, erfolgt dieser Arbeitsschritt bei der DHU noch ganz traditionell von Hand.

Ist der Ausgangsstoff nicht löslich, wird er mit Milchzucker verrieben, das nennt sich Trituration. Alle DHU Schüßler-Salze werden zum Beispiel auf diese Weise hergestellt. Die originalen Schüßler-Salze stellt die DHU übrigens seit 1873 her. Die Potenzierung ist wichtig für die Wirksamkeit eines homöoopathischen Arzneimittels. Die beliebten homöopathischen Globuli entstehen in großen Imprägnierkesseln. Dort werden die noch unarzneilichen Zuckerkügelchen mit den passend potenzierten Flüssigkeiten (Dilutionen) besprüht. Bei diesen für die Homöopathie charakteristischen Vorgängen während der Produktion hält sich die DHU streng an die Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuches (HAB).

Ein auf Therapeutenanfrage individuell hergestelltes homöopathisches Medikament in Tablettenform.

Ein auf Therapeutenanfrage individuell hergestelltes homöopathisches Medikament in Tablettenform.

Eine der größten Apotheken der Welt – insgesamt hat die DHU 13 000 Fertigarzneimittel immer auf Lager. Was die Vorpotenzen angeht, also die Stoffe, aus denen jegliche Mittel zeitnah hergestellt werden können, sind im Unternehmen sogar 60 000 bis 70 000 ständig verfügbar. „Wir möchten natürlich nicht, dass es zu Engpässen in der Patientenversorgung kommen könnte“, erklärt uns Harald Orth. Und weil die DHU in engem Kontakt mit Apothekern und Patienten steht, verwundert uns auch ein besonderes Angebot nicht: Der Hersteller fertigt auf Wunsch ganz individuelle Mittel für einzelne Kunden an – das heißt, eine Packung Tabletten für einen Patienten.

Kundenservice und Freundlichkeit werden bei der DHU großgeschrieben. Bei unserem Rundgang durch die Produktionsstätte werden wir überall sehr freundlich und interessiert von den Mitarbeitern empfangen. Am Ende des Besuchs führt uns Harald Orth zur Schaltzentrale der DHU-Kundenhotline. Hier rufen sowohl Fachleute wie Apotheker als auch Patienten an. Rund 25 000 Kundenanfragen pro Jahr zählt die Kundenhotline der DHU, die fach- und sachkundige therapeutische und formale Informationen aus allen wissenschaftlichen Bereichen vermittelt.

Und das Wissen kommt nicht von ungefähr, besitzt die DHU doch die größte private homöopathische Bibliothek der Welt. Hier sammelt sich Literatur zur Homöopathie aus Frankreich, Indien, Großbritannien, den USA und vielen anderen Ländern.

Umfragen sprechen für die Homöopathie: Dass die „sanfte Medizin“ mit den Kräften der Natur Erfolg hat, zeigen auch jüngste Umfrageergebnisse. So kennen über 90 Prozent der erwachsenen Deutschen die Homöopathie1. Knapp die Hälfte von ihnen hat schon einmal homöopathische Mittel ausprobiert2. Fast alle derjenigen, die Homöopathie bevorzugt anwenden, sind mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit zufrieden3.

Die Homöopathie ist eine Regulationsmedizin und dieses Prinzip scheint all jene zu überzeugen, die zunächst die körpereigenen Selbstheilungskräfte anregen wollen. Gerade bei leichten Alltagsbeschwerden können naturheilkundliche Mittel helfen. Homöopathie ist deshalb in der Selbstmedikation sehr beliebt. Zugrunde liegende Entzündungen, Blockaden und Schadstoffüberlastungen werden ausgeglichen. Im Zweifel oder bei schweren Symptomen sollten Sie jedoch immer zunächst Ihren Arzt befragen, ob Homöopathie in Ihrem Fall eine Option ist. Denn auch hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden können sich ernsthafte Krankheiten verbergen. Eine alternative Heilmethode stößt dann an ihre Grenzen. In vielen Fällen kann Homöopathie eine schulmedizinische Therapie ergänzend begleiten, ist also eine „komplementäre“ Medizin. (rs)

1 Allensbach 2009, „Bekanntheit, Verwendung und Image homöopathischer Arzneimittel“.
2 Forsa 2010, „Einstellung zu Homöopathie“
3 Forsa 2014, “ Meinungen zur Homöopathie“


 

weiterführende Links:

  1. Markenshop DHU meine Homöopathie – Die Produktfamilie für meine Gesundheit
  2. Markenshop DHU Schüßler-Salze

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